Die Story hinter der Startnummer
Wir verbinden sie mit Siegen und großen Emotionen. Startnummern (oder auch Startleibchen bzw. „Bibs“) sind heute aus keinem Wettkampf mehr wegzudenken – vom Abfahrtslauf in Kitzbühel bis hin zum Wildwasser-Slalom. Aber haben Sie sich jemals gefragt, wann sie zum ersten Mal auftauchten und warum sie heute so aussehen, wie sie aussehen?
In den Anfängen des modernen Sports am Ende des 19. Jahrhunderts wurden Startnummern praktisch nicht verwendet. Die Zuschauer mussten die Teilnehmer an der Farbe ihrer Mützen oder Trikots erkennen. Die ersten Versuche einer systematischen Kennzeichnung kamen mit dem Radsport und der Leichtathletik – es handelte sich um einfache Papier- oder Stoffquadrate, die auf den Rücken gesteckt wurden.
Der Wendepunkt kam mit Sportarten, bei denen Geschwindigkeit und Bewegung so dynamisch sind, dass ein Papierzettel keine Überlebenschance hatte. Skisport und Wassersport brauchten etwas mehr.
Im Skisport entwickelten sich Startnummern aus schweren Leinen-Überwürfen, die bei Frost steif wurden und sich mit Feuchtigkeit vollsogen. In den 30er und 40er Jahren glichen die Startnummern eher Schürzen. Mit dem Aufkommen von Synthetikfasern begann die Produktion elastischer Strick-Startnummern, die sich der Körperbewegung anpassten. Die Startnummer war kein bloßes „Schild“ mehr, sondern wurde zum festen Bestandteil der Kleidung.
Beim Kanufahren oder Rafting war die Geschichte noch dramatischer. Traditionelle Baumwollnummern wurden im nassen Zustand um hunderte Gramm schwerer und schränkten die Bewegung der Sportler ein. Die moderne Geschichte der Startnummern für Wassersportler ist eine Geschichte von Sublimation und hydrophoben Materialien. Heute fertigen wir Startnummern aus Maschenware, die Wasser förmlich abweist und auch nach der Fahrt durch die größte Stromschnelle leicht bleibt.
Heute ist eine Startnummer nicht mehr nur ein Stück Stoff mit einer Ziffer. In unserer Werkstatt arbeiten wir an ihnen wie an einem hochfunktionalen Accessoire. Die Farbe wird Teil der Faser. Der Druck blättert nie ab, reißt nicht und verliert auch unter extremen Bedingungen nicht an Farbe. Wir verwenden eine spezifische Bindung, die Elastizität in alle Richtungen garantiert. Der Athlet darf die Nummer nicht spüren – sie muss wie eine zweite Haut sitzen.
Wenn ein Sportler heute sein Startleibchen anzieht, knüpft er an eine über hundertjährige Tradition an.